Blick über die Streuobstwiese Kirschplantage Plessa

Streuobstwiesen

Versteckte Biotopwunder, die geschützt werden wollen

Streuobstwiesen erforschen

Und gemeinsam schützen

Streuobstwiesen sind Agroforstsysteme – also Flächen, die Landwirtschaft und Bäume miteinander verbinden. Die lichten, mit Obstbäumen bestandenen Flächen bereichern nicht nur das Landschaftsbild. Weil die Bäume viel Platz für die Entwicklung ihrer Kronen haben und oft bis ins hohe Alter auf den Flächen stehen bleiben, entstehen in ihnen wertvolle Lebensräume. Dadurch werden Streuobstwiesen zu Hotspots für viele Tier- und Pflanzenarten, die auf solche Strukturen, aber auch auf Totholz oder offene Landschaften angewiesen sind.

Streuobstwiesen prägen besonders in Südbrandenburg das Landschaftsbild und sind ein wichtiger Teil der regionalen Identität. Gleichzeitig gehören sie zu den wertvollsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsort.

Sicht auf reife ObstbäumeQuelle: ©M. Göpel

Mühsam gepflegt

Leicht verloren

Derartige halboffene Flächen sind in Mitteleuropa auf natürlichem Weg eher selten anzutreffen. Streuobstwiesen sind zumeist Relikte aus vergangenen landwirtschaftlichen Epochen.

Das Gemisch aus menschlicher Pflege und langfristiger, natürlicher Entwicklung bietet Lebensraum und Jagdgebiet für verschiedene Vogel- und Fledermausarten, beispielsweise den Gemeinen Star, den Wendehals oder die Breitflügelfledermaus.

Nur ein sehr geringer Anteil der Fläche Brandenburgs, schätzungsweise zwischen 0,12% und 0,14%, werden von Streuobstwiesen bedeckt. Die Tendenz ist rückläufig. Leider verwildern viele Streuobstwiesen, da die Pflege aufwändig und der ökonomische Nutzen gering ist.

Vielfalt beginnt am Baum

Alte Obstbäume als Lebensraum

Höhlen, abgestorbene Äste, Rindenspalten oder andere Baummikrohabitate entstehen mit zunehmendem Alter der Bäume. Was für uns nach einem alten oder beschädigten Baum aussieht, kann für Tiere ein wertvoller Lebensraum sein. 

Auf Streuobstwiesen treffen deshalb zwei Dinge aufeinander: eine vom Menschen geprägte Landschaft und Bäume, die über Jahrzehnte natürliche Strukturen entwickeln können. Genau diese Verbindung macht sie für viele Arten so wertvoll. 

Bild eines angesägten hohlen Astes, ein potenzielles Habitat, z.B. für Vögel

Arten im Fokus

Wer von Streuobstwiesen Profitiert

Gemeiner Star auf ZweigQuelle: ©G. Wietschorke auf Pixabay

Gemeiner Star

Er kann nicht nur singen, sondern auch die Stimmen anderer Vögel imitieren

Zum Steckbrief
Wendehals auf ZweigenQuelle: ©Лариса Артемьева auf GBIF

Wendehals

Ein Specht, der nicht hämmert, sondern seine Nahrung am Boden sucht

Zum Steckbrief
Nahaufnahme einer liegenden BreitflügelfledermausQuelle: ©L. Chiriac auf GBIF

Breitflügelfledermaus

Eine Fledermaus, die erstaunlich alt werden kann: bis zu 24 Jahre

Zum Steckbrief
SteinkauzQuelle: ©Pixabay, Autor unbekannt

Steinkauz

Er braucht sowohl Höhlen zum Brüten als auch offenen Flächen zum Jagen

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Unsere Lernorte

An unseren Lernorten können Sie erleben, wie unterschiedlich Streuobstwiesen aussehen und welche besonderen Strukturen sich dort entwickeln

Forschung und Begegnung vor Ort

Bürgerwiese Bad Aegir

bei Hohenleipisch, Landkreis Elbe-Elster

Wo alte Bäume zeigen, dass Größe nicht alles ist, sondern auch Struktur und Vielfalt zählen

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Kirschplantage Plessa

bei Plessa, Landkreis Elbe-Elster

Eine Streuobstwiese auf ehemaliger Bergbaukippe – mitten im Wald

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Strukturen der Streuobstwiese

Gefunden Und markiert

Welche besonderen Strukturen wurden bereits entdeckt? Die Karte zeigt Beobachtungen aus unseren Untersuchungsgebieten.

  • 1 Baum auf Streuobstwiesen
  • 4 Baummikrohabitate auf Streuobstwiesen

Neugierig geworden? Entdecken Sie auf der Ergebnisseite alle Orte und ihre Auswertungen.

So einfach geht's

Machen Sie mit

Helfen Sie jetzt mit, Baummikrohabitate zu erfassen! Es ist kein Vorwissen nötig, nur Neugier, ein Smartphone und unsere kostenlose Web-App. Kartieren Sie Habitatbäume und sammeln Sie Auszeichnungen. Unter "Hilfe" finden Sie hierfür in der App eine detaillierte Anleitung.

Ein Smartphone-Bildschirm mit grünem Hintergrund, einem stilisierten Blatt in der Mitte, dem Text „Mikrohabitat aufzeichnen“ und einem orangefarbenen Kamerasymbol am unteren Rand
Ein grüner Baum mit dichtem Laubwerk Schritt 1

Entdecken

Einen auffälligen Baum bemerken

Ein braunes Klemmbrett mit einem leeren Blatt Papier, das leicht aufgerollt ist Schritt 2

Dokumentieren

Ort und Beobachtung sichern

Eine schwarze analoge Kamera Schritt 3

Fotografieren

ein Foto als Beleg, fertig

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