Das Projekt PlanBIO
Gemeinsam Vielfalt erforschen
Unser Ziel
Wir möchten den Blick für besondere Strukturen in Wäldern, Stadtgrün und Streuobstwiesen schärfen und neue Perspektiven auf die Vielfalt und Bedeutung von Bäumen eröffnen.
Gemeinsam erfassen und erforschen wir die Qualität und Quantität wertvoller Baummikrohabitate direkt vor Ort.
Ihre Vorteile
Sie gewinnen neue Einblicke in die verborgene Vielfalt unserer Wälder und unterstützen aktiv den Schutz besonders wertvoller Strukturen im Wald.
Sie leisten einen Beitrag zur langfristigen und nachhaltigen Waldentwicklung und Planung.
Jeder Baum erzählt eine Geschichte – und Sie können helfen, sie sichtbar zu machen
Ob alte Höhlen, abgestorbene Äste oder Spalten in der Rinde: Viele wertvolle Lebensräume bleiben im Alltag unbemerkt. Dabei sind genau diese Strukturen entscheidend für zahlreiche Tiere und geben wichtige Hinweise auf die biologische Vielfalt unserer Landschaften.
Mit PlanBIO laden wir Sie ein, Teil eines Forschungsprojekts zu werden. Gemeinsam erfassen wir besondere Baumstrukturen und schaffen damit Wissen, das für Naturschutz, Forschung und die nachhaltige Entwicklung von Wäldern und anderen Lebensräumen genutzt werden kann.
Dabei gewinnen Sie selbst neue Einblicke in die Natur vor Ihrer Haustür. Sie lernen, Bäume mit anderen Augen zu sehen, entdecken Zusammenhänge zwischen Arten und Lebensräumen und leisten gleichzeitig einen konkreten Beitrag zum Schutz wertvoller Naturstrukturen.
Denn oft beginnt Forschung mit einer einfachen Beobachtung – und viele einzelne Entdeckungen ergeben gemeinsam ein großes Bild.
Natur entdecken und gemeinsam zum Schutz beitragen
Mit dem Projekt PlanBIO erforschen wir gemeinsam mit Bürger*innen Wälder, Stadtgrün und Streuobstwiesen in Südbrandenburg, vor allem in Landschaften, die sich durch den Strukturwandel verändern.
Was Haben sie davon?
Mitmachen bedeutet nicht nur Daten sammeln. Sie entdecken dabei auch die Natur direkt vor Ihrer Haustür neu – lernen also auch mal Ihre tierischen Nachbarn kennen, die sonst vielleicht eher im Verborgenen weilten. Sie lernen, Ihre Umgebung mit neuen Augen zu betrachten, besondere Baumstrukturen zu erkennen und werden somit selbst zu Beobachter*innen der Natur. Gleichzeitig werden Sie Teil echter Forschung, ganz ohne Vorwissen. Alles, was Sie brauchen, sind Neugier, offene Augen und Lust, genauer hinzuschauen.
Was bedeutet „Biodiversität“ eigentlich?
Biodiversität beschreibt die biologische Vielfalt, also die Vielfalt der Lebensarten. Dazu gehören unterschiedliche Lebensräume, verschiedene Tier- und Pflanzenarten als auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art.
Diese Vielfalt macht Natur widerstandsfähig. Man kann sich das wie in einem Wackelturm vorstellen: Fehlen immer mehr Teile, wird der ganze Turm instabil. Genauso ist es auch in der Natur. Wenn Arten oder Lebensräume verschwinden, gerät das Gleichgewicht ins Wanken. Dies kann gravierende Folgen haben, wenn auch nicht immer sofort.
Deshalb beginnt Naturschutz oft im Kleinen. Bei alten Bäumen, Baumhöhlen oder eben auch abgestorbenen Ästen.
Was Baummikrohabitate so spannend macht
Besondere Baumstrukturen entstehen über viele Jahre, meist unter Einfluss von Zeit, Wetter, Tieren oder Menschen. Sie verraten viel über die Natur eines Ortes: welche Tiere dort leben könnten, wie naturnah ein Gebiet ist und welche Lebensräume besonders schützenswert sind. Das Spannende daran ist, dass sich diese Strukturen relativ leicht erkennen und dokumentieren lassen. Dadurch können viele Menschen gemeinsam wichtige Daten sammeln und neue Zusammenhänge sichtbar machen.
Warum Bürgerforschung
Forschung passiert nicht nur im Labor. Viele wichtige Entdeckungen beginnen mit aufmerksamen Beobachtungen im Alltag. Genau darum geht es bei Citizen Science, also bei Bürgerforschung. Bei PlanBIO arbeiten Menschen aus Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Sie können Beobachtungen melden, mitforschen und dabei helfen, neue Erkenntnisse über Artenvielfalt und Lebensräume zu gewinnen. Dabei entstehen Wissen und Forschung nicht hinter verschlossenen Türen. Ergebnisse werden transparent geteilt und für alle zugänglich gemacht.
Ob einzelne Beobachtung oder regelmäßiges Mitmachen: jeder Beitrag bringt uns gemeinsam ein Stück weiter. Gemeinsam machen wir Naturbeobachtungen so zu Wissen und schaffen eine Grundlage für ihren Schutz.
So können sie mitmachen
Mitmachen ist ganz einfach: Entdecken Sie besondere Strukturen an Bäumen, fotografieren und dokumentieren Sie diese und melden Sie Ihre Beobachtungen über die App oder bei gemeinsamen Veranstaltungen in der Natur. Auf dieser Website finden Sie dazu Erklärungen, Bilder und kleine Übungen, die beim Erkennen von Strukturen und einzelnen Tieren helfen. So lernen Sie Schritt für Schritt, worauf es ankommt.
Unsere Partner
Gemäß den Grundsätzen von Citizen Science arbeiten wir eng mit Städten, Kommunen und Flächenbesitzenden zusammen. Diese stellen uns ihre Flächen für die Forschung, aber auch für Veranstaltungen zur Verfügung. Im Gegenzug werden sie bei der Auswertung der Ergebnisse besonders berücksichtigt.
Hier erhalten Sie eine Übersicht, mit welchen Flächenpartnern wir direkt kooperieren:
Quelle: © S. Simon Warum Vögel?
Vögel begegnen uns überall – im Wald, im Park oder mitten in der Stadt. Viele Arten sind eng mit Bäumen verbunden. Spechte bauen Höhlen, die später auch von anderen Tieren genutzt werden. Andere Vogelarten brauchen Totholz oder besonders insektenreiche Lebensräume.
Vögel sind wichtige Anzeiger für den Zustand eines Lebensraums. Viele Arten reagieren sehr sensibel darauf, ob sie genügend Nahrung, Nistplätze und Rückzugsorte finden. Besonders spannend ist dabei ihre enge Verbindung zu Insekten. Wo viele verschiedene Vogelarten vorkommen, gibt es oft auch ein reiches Angebot an Insekten und anderen Kleintieren. Wenn Sie Vögel beobachten und bestimmen, helfen Ihre Beobachtungen dabei, Rückschlüsse auf die gesamte biologische Vielfalt in einem Lebensraum zu ziehen.
Warum Fledermäuse?
Viele Menschen sehen Fledermäuse selten, dabei leben sie oft ganz in unserer Nähe. Tagsüber verstecken sie sich in Baumhöhlen, hinter loser Rinde oder in kleinen Spalten. Nachts gehen sie auf Insektenjagd.
Fledermäuse reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt und gelten deshalb als wichtige „Zeigerarten“. Das bedeutet: Wo Fledermäuse geeignete Lebensräume finden, ist die Natur oft besonders vielfältig und intakt.
In Deutschland leben derzeit 25 Fledermausarten, davon 15 in Brandenburg. Alle heimischen Fledermäuse stehen unter gesetzlichem Schutz und gelten als gefährdet. Besonders problematisch sind der Verlust von Lebensräumen und Veränderungen in der Landschaft. Denn Fledermäuse benötigen im Laufe ihres Lebens ganz unterschiedliche Orte zum Schlafen, Jagen und Aufziehen ihrer Jungen.
Zwischen Fledermäusen und alten Bäumen besteht deshalb eine enge Verbindung. Viele Baummikrohabitate bieten den Tieren in den Sommermonaten wichtige Rückzugsorte. Dabei nutzen Fledermäuse Baumhöhlen oder Spalten oft nur vorübergehend und wechseln regelmäßig ihren Unterschlupf. Genau deshalb ist es wichtig, möglichst viele unterschiedliche Baumstrukturen in der Landschaft zu erhalten. Viele Vorurteile gegenüber Fledermäusen halten sich bis heute. Tatsächlich sind sie faszinierende und schützenswerte Tiere – und echte Spezialisten der Nacht.
