Wälder
Komplexe Ökosysteme voller besonderer Lebensräume
Warum Wälder?
Biodiversität ist mehr als Bäume allein
Wälder prägen große Teile Brandenburgs – rund 38 % der Landesfläche sind bewaldet. Viele dieser Wälder wurden jedoch über lange Zeit stark vom Menschen genutzt und verändert. Häufig wachsen dort vor allem Kiefern, weil sie als robust und wirtschaftlich besonders zuverlässig gelten.
Für viele Tierarten reicht ein Wald allein aber nicht aus. Entscheidend ist, wie vielfältig er aufgebaut ist. Alte Bäume, abgestorbene Äste, Höhlen, lose Rinde oder stehendes Totholz schaffen wichtige Lebensräume für Vögel, Fledermäuse, Insekten und Pilze.
Genau solche besonderen Strukturen – sogenannte Baummikrohabitate – entstehen meist erst nach vielen Jahrzehnten. In stark bewirtschafteten Wäldern kommen sie deshalb oft seltener vor. Das liegt unter anderem daran, dass Bäume dort früher genutzt oder gefällt werden und auffällige Wuchsformen häufig entfernt werden.

Wälder im Wandel
Alte Bäume erhalten, vielfalt bewahren
In den letzten Jahren wächst das Bewusstsein in Praxis und Gesellschaft dafür, wie wichtig strukturreiche Wälder für die Artenvielfalt sind. Deshalb gibt es heute viele Maßnahmen und Projekte, die alte Bäume und besondere Waldstrukturen gezielt erhalten. Dazu gehört zum Beispiel, einzelne Biotopbäume mit besonderen Strukturen dauerhaft im Wald zu belassen. Auch größere Bereiche werden teilweise aus der Nutzung genommen, damit sich dort wieder naturnähere Wälder entwickeln können.
Vielleicht haben Sie beim Spaziergang im Wald schon einmal markierte Bäume entdeckt. Solche Markierungen kennzeichnen oft Habitatbäume, also tatsächlich von Tieren bewohnte Bäume. Eine bewohnte Spechthöhle oder eine von Fledermäusen genutzte Baumspalte steht sogar unter gesetzlichem Schutz.
Vielfalt beginnt im Kleinen
Habitatstrukturen weisen auf Arten hin
Von diesen Strukturen profitieren viele seltene Arten. Der Schwarzspecht zum Beispiel zimmert große Höhlen in alte Bäume, die später auch von anderen Tieren genutzt werden. Waldkäuze beziehen verlassene Spechthöhlen, Kleiber verstecken Nahrung in der Baumrinde und Fledermäuse, wie die Bechsteinfledermaus oder die Mopsfledermaus, nutzen Baumhöhlen als Tagesquartier. Auch viele Forstbetriebe und Zertifizierungssysteme wie FSC oder PEFC fördern inzwischen den Schutz strukturreicher Wälder und alter Habitatbäume. Denn klar ist: Ein Wald besteht nicht nur aus Bäumen. Erst die Vielfalt aus alten und jungen Bäumen, dem Boden, Lichtungen, Totholz und besonderen Baumstrukturen macht ihn zu einem wertvollen Lebensraum.

Arten im Fokus
Wer In wäldern Strukturen schafft und nutzt
Quelle: ©dominikrh auf GBIF Schwarzspecht
Seine Höhlen sind so groß, dass sie auch anderen Tieren ein Zuhause bieten
Quelle: ©wal172619 auf Pixabay Kleiber
Er klettert als einziger Vogel Europas problemlos kopfüber am Baumstamm hinunter
Quelle: ©S. Tonge auf GBIF Mopsfledermaus
Eine kleine, bedrohte Fledermausart, die Spalten an Gebäuden und Bäumen sucht
Quelle: ©G. San Martin auf GBIF Bechsteinfledermaus
Sie jagt so geschickt, dass sie Insekten direkt von Blättern und Ästen absammeln kann
Unsere Lernorte
Forschung und Begegnung vor Ort
An unseren Lernorten können Sie erleben, wie unterschiedlich Wälder aussehen können und welche Bedeutung ihre Strukturen für die Artenvielfalt haben
Kiefernforst Bürgerheide
bei Finsterwalde, Landkreis Elbe-Elster
Ein typischer brandenburgischer Wirtschaftswald im Wandel
Laubwald Bürgerheide
bei Finsterwalde, Landkreis Elbe-Elster
Ein artenreicher alter Wald mit weitgehend ungehinderter natürlicher Entwicklung
Strukturen des Waldes
Gefunden Und markiert
Welche besonderen Strukturen wurden bereits entdeckt? Die Karte zeigt die Beobachtungen aus unseren Untersuchungsgebieten.
- 2 Bäume in Wäldern
- 3 Baummikrohabitate in Wäldern
Neugierig geworden? Entdecken Sie auf der Ergebnisseite alle Orte und ihre Auswertungen.
So einfach geht's
Machen Sie mit
Helfen Sie jetzt mit, Baummikrohabitate zu erfassen! Es ist kein Vorwissen nötig, nur Neugier, ein Smartphone und unsere kostenlose Web-App. Kartieren Sie Habitatbäume und sammeln Sie Auszeichnungen. Unter "Hilfe" finden Sie hierfür in der App eine detaillierte Anleitung.
Schritt 1
Entdecken
Einen auffälligen Baum bemerken
Schritt 2
Dokumentieren
Ort und Beobachtung sichern
Schritt 3
Fotografieren
ein Foto als Beleg, fertig
Die anderen Biotoptypen
Mehr Lebensräume entdecken
Stadtgrün
Urbane Natur schenkt vielen Tieren ein Zuhause, stärkt das Stadtklima und erhöht unsere Lebensqualität.
Streuobstwiesen
Diese schwindende Kulturlandschaft fördert Artenvielfalt, liefert regionale Früchte und schafft wertvolle Lebensräume.
