Häufig gestellte Fragen und ihre Antworten

Die Antwort darauf ist vielschichtig. Großflächig betrachtet geben die erhobenen Daten Auskunft über das ökologische Potenzial der Strukturwandelregion Südbrandenburg für die Indikatorarten Vögel und Fledermäuse. Naturschutztechnisch wird eine bedeutende regionale Datenbank als Grundlage für weitere Planungen geschaffen. Vom wissenschaftlichen Standpunkt werden mit den erhobenen Daten verschiedene Biotope erfasst, untersucht und verglichen. Mit deren Ergebnissen können Gemeinden und Privatpersonen ihre Flächen zukünftig ökologisch vielseitiger und nachhaltig planen.

Die Ergebnisse sind vielseitig nutzbar. Im Bereich Grünflächenplanung können die Auswertungen Auskunft darüber geben, welche Baumarten besonders vielen Arten Obdach bieten. Welche Strukturen in Siedlungen beim Erhalt von Vögeln und Fledermäusen helfen. Im Bereich der Waldbewirtschaftung können Hinweise gesammelt werden, welche Zielstärken und Baumartenmischungen die Biodiversität nachhaltig erhöhen. Der ökologische Wert seltener Halboffenlandschaften wie Parks und Streuobstwiesen wird genau untersucht. Beginnend mit diesen Ergebnissen lassen sich Ableitungen für die Nutzung der jeweiligen Flächen treffen.

Nicht absolut. Grundsätzlich gelten die Daten und die daraus gezogenen Schlüsse für das Untersuchungsgebiet Südbrandenburg. Allerdings lassen sich zahlreiche Ansätze für andere Gebiete mit ähnlichen landschaftlichen und klimatischen Bedingungen übernehmen.

Nein. Die Bäume unterstehen grundsätzlich noch den Flächeneigentümer*innen. Allerdings können durch die Erfassung auf deren ökologische Relevanz hingewiesen werden und die Baummikrohabitate bei Planungen berücksichtigt werden. Für alles Weitere existieren gültige naturschutzrechtliche Vorgaben.

Der Katalog für Baummikrohabitate umfasst tatsächlich deutlich mehr Punkte als die in der App aufgelisteten Strukturen. Da der Fokus des Projektes jedoch auf den Indikatorgruppen Vögel und Fledermäuse liegt, wurde die Vorauswahl auf Baummikrohabitate beschränkt, die für diese Artengruppen unmittelbar relevant sind. Andernfalls wäre die Liste impraktikabel lang. Weitere Entdeckungen können Sie in der App jederzeit unter „Anmerkungen“ ergänzen.

Einige Baumarten wurden für die Erfassung bewusst zusammengefasst, da sie sich in ihrer ökologischen Bewertung wenig unterscheiden und die genaue Trennung der Arten auch für geschultes Personal mitunter eine Herausforderung darstellt, spätestens wenn die Pflanzen kein Laub mehr tragen. Am deutlichsten wird das an der Gruppe der Weiden. Sie können die genaue Bezeichnung der Art jedoch jederzeit unter „Anmerkungen“ in der App ergänzen.

Die Daten werden grundsätzlich vor der Veröffentlichung auf deren sachliche Richtigkeit geprüft. Sollte ein Fund also nicht angezeigt werden, liegt entweder ein grober Fehler vor, die Meldung wurde noch nicht geprüft oder es wurde ein seltenes Baummikrohabitat gefunden, welches mit entsprechender Diskretion behandelt werden sollte.

Ein entscheidender Teil von Citizen-Science ist es, den Beteiligten etwas wiederzugeben. Ein Teil davon ist die Anlage der Marteloskope im Projekt PlanBIO. Die Marteloskope sind Teil eines europaweiten Netzwerks aus verschiedenen Waldflächen, an denen mithilfe der Software I+ Waldwirtschaft simuliert werden kann. Der Kernaufbau ist dabei grundlegend immer gleich: innerhalb eines klar abgegrenzten Gebiets wird jeder Baum mit einer Koordinate und seinem ökologischen und finanziellem Wert erfasst und kann digital „geerntet“ werden. Auf diese Weise können auch Entscheidungsträger*innen ohne forstlichen Hintergrund ein Gespür für Waldwirtschaft entwickeln. Darüber hinaus dienen die Marteloskope als Vergleichsflächen für alle Wälder im Projekt PlanBIO.

Auf den Marteloskopen können individuelle Waldbewirtschaftungsansätze und deren Ergebnisse am Bestand simuliert werden. Im Rahmen von spezifischen Veranstaltungen innerhalb des Projektes wird die Funktion der grundlegenden Software I+ erklärt. Die Termine dazu finden Sie auf dieser Website unter „Aktuelles“.

Das Projekt PlanBIO ist momentan mit einem klaren Ende im Dezember 2028 geplant. Die aufgebaute Plattform ist jedoch so angelegt, dass sie auch weiterhin genutzt werden kann und abrufbar sein wird. Die bis dahin erfassten Daten werden abschließend ausgewertet und die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht. Es wird verhandelt, ob die Plattform von einem der Projektpartner nach 2028 aktiv weiterbetrieben wird, oder als bloße Datenbank gehandhabt wird.